To be done? - Gedanken eines Spielers: Marketing vs Spielerfreiheit
Liebe Community,
es ist wieder mal soweit. Unsere Kolumne "To be done? - Gedanken eines Spielers" geht in die zweite Runde. Nach der letzten Nacht, in der ich einen kleinen Getränkeunfall erlitt, der zu seltsamen Träumen führte, kam ich unter anderem im Verlauf derselben auch auf einige Gedanken bezüglich Hellgate: London, vor allem dem Thema der Charakterklassen. Diese möchte ich an dieser Stelle mit euch teilen, und wünsche mir natürlich auch Feedback in unserem Forum dazu.
Bekannt sind, als Charakterklassen, bisher genau zwei: Die Templer und die Kabbalisten. Unsere Informationsseite zu diesem Thema habt ihr sicherlich schon gelesen, und auch sicher schon beim Kabbalisten hereingeschnuppert, aber habt ihr euch auch schon Gedanken gemacht, was diese Wahl für die weitere Entwicklung von Hellgate: London bedeutet? Spätestens nach dem riesigen Erfolg von Dan Brown's Bestsellern Illuminati und Sakrileg ist das Thema "Tempelritter" wieder in aller Munde, und das auch nicht ganz zu Unrecht. Immerhin ist die Geschichte der Templer selbst für Menschen, die wenig Interesse an Hokuspokus und Verschwörungstheorien haben, eine äußerst interessante. Alleine die Dinge, die von ihnen abstammen, und bis heute überdauert haben macht sie faszinierend. Ohne die Tempelritter gäbe es vermutlich kein Bankwesen im heutigen Sinne, und auch nicht das sprichwörtliche Unglück an einem Freitag dem dreizehnten. Auch der Kabbalist ist marketingtechnisch wieder ein interessanter Zug. Durch das Verhalten von diversen Stars, v.a. natürlich Madonna, ist das Thema Kabbala wieder in aller Munde. Diese jüdische Geheimlehre passt auch wieder in das sagenumwobene Gesamtbild, das die beiden bisher bekannten Klassen aufzeigen. Flagship geht zwar bei "ihrem" Kabbalisten von der englischen Wortbedeutung aus, die nichts anderes aussagt, als einen Menschen zu benennen, der auf der Suche nach höherem Wissen ist, aber wir als Deutsche verbinden natürlich automatisch damit den spirituellen Selbsterfahrungstrip, auf dem sich manch alternde Star begibt.
Flagship hat also, marketingtechnisch sehr intelligent, die große Aktualität dieser Themen genutzt, um das Spiel in aller Munde zu bringen, und die Spieler darauf heiss zu machen. Die Frage, die sich mir an dieser Stelle dann aber stellt, ist, wie es denn weitergeht. Bill Roper und sein Team haben einen gewissen Standard, einen Level, vorgegeben, und müssen ihn mit weiteren guten Ideen halten, wenn sie die Community nicht enttäuschen wollen. Wenn man die bisher verfügbaren Informationen, was das Gameplay des Spiels angeht, zugrunde legt, kann man davon ausgehen, dass es nicht zwangsläufig die üblichen "Charakterarten" eines MMORPG's, also zum Beispiel Tank und Damagedealer, geben wird, da Hellgate: London eher Diablo 2 ähnelt, also ein nicht zur Gruppenbildung zwingendes Spiel sein wird.
Der Phantasie sind also keine Grenzen gesetzt. Was kann also noch kommen? Illuminati als eine Art Nekromant der Zukunft? Kungelnde Freimaurer, die im Laufe der Story zunehmend offensichtlich Kontrolle über die Handlungen des Spielers übernehmen wollen? Oder doch eher weltliche Klassen, zum Beispiel überlebende Armeespezialisten wie das aus Commandos bekannte Green Beret? Oder, etwas britischer, ein Ghurka-Infanterist? Mir persönlich fällt es etwas schwer, wieder von der inzwischen gängigen Unterteilung in Tanks, Damagedealer, Heiler und Supporter wegzukommen, aber auf der anderen Seite ist das natürlich gut, weil es dem Spieler bei Charakterwahl und Spielart weitgehendere Freiheiten lässt.
Was glaubt ihr? Was wird es geben? Wird es ein Schema geben? Oder vollkommene Freiheit? Welche Klassen und Hintergründe könnt ihr euch vorstellen? Bitte lasst mich eure Meinung wissen. Ich jedenfalls freue mich darauf. Es hat mich kaum etwas mehr genervt, als das ewige Gemaule in anderen Genrevertretern: "Wie, Du bist 60er Druide und hast kein Anregen geskillt?!? Aber Druide ist doch Heiler!"
In diesem Sinne, für die Freiheit des Spielers, und der Abstinenz von Vorlagen, in die man gepresst wird,