Teil 1: Willkommen in London
Düster beginnt das Spiel für meinen Ingenieur, mit dem unendlich einfallsreichen Namen "Nunja". In einer dunklen Gasse begrüßt mich Hellgate: London nach Stunden des quälenden Wartens, bis sich der Downloadbalken nur um weitere 3 Millimeter nach rechts geschoben hatte. Eine Nacht und einen Liter Kaffee am Morgen, so die Bilanz bisher.
Aber zurück zum Wesentlichen. Genau, bei "düster" war ich. Auf dem Screenshot erkennt man es schon. Kein Jägerlager, keine arrogante Chefjägerin, keine weise Jägermagierin begrüßt mich. Nein, diesmal ist es eine Serie von eingeblendeten Tutorial-Befehlen, die mir die Steuerung erläutern sollen. Eines vorweg: Die Steuerung ist so simpel, wie man es nur erwarten konnte. Wie alle bekannteren Titel der letzten Zeit steuert man im wesentlichen per WASD. Das Mausrad regelt den Blickwinkel, die Tasten entsprechen den beiden blauen Kugeln, die ihr unten links und rechts der Leiste sehen könnt. Aktueller Schwierigkeitsgrad: Wirbelbarbar (mit anderen Worten: rechte Maustaste festtapen und die Maus bewegen. Bekommt jeder bananensüchtige Primat hin - und fühlt sich dabei unterfordert).
Nach dieser kurzen, und eigentlich nicht weiter nötigen Einweisung, bekomme ich auch schon meinen ersten Auftrag. Ein reichlich hässlicher Typ namens Murmur meldet sich per Funkspruch bei mir. Er sei alleine, und benötige Hilfe, ich solle ihn suchen. Man beachte den Namen. Da er offensichtlich des öfteren murmelt, ist es sehr verwunderlich, dass er seinen Auftrag völlig flüssig und klar verständlich über die Lippen bringt. Typisch: Kaum will jemand etwas, überwindet er alle Schwächen.
Naja, ich bin ja nicht so, und mache mich auf den Weg. Da es nur einen gibt, nämlich geradeaus, fällt die Wahl auch nicht unendlich schwer. Dass es allerdings sooooo leicht sein würde, hatte sogar ich nicht gedacht. Die zwei oder drei Zombies am Ende der Gasse ignorieren mich und lassen sich ohne Gegenwehr abschlachten, dahinter steht auch schon Murmur. Hatte er nicht eben noch behauptet, er benötige Hilfe? Um zwanzig Meter geradeaus zu laufen??? Der gute Mann muss beh......., Entschuldigung, defizitärer sein, als ich dachte.
Immerhin macht er mir sonst keine Probleme, sondern erkennt klar und deutlich an, wer der Herr und Meister ist. Nein, nicht Bill Roper, mich meine ich! Ich soll also voraus laufen, er wolle folgen. Auch hier ist die Frage in welche Richtung ich gehen möchte, nicht mit unendlich vielen Optionen zu beantworten. Wenn ich nicht zurück in meine ursprüngliche Sackgasse will, gibt es nur einen Weg. Auf diesem finde ich, neben einigen tumben und desinteressierten Zombies (kam nicht gerade 28 Days Later im Fernsehen? Irgendwie habe ich die agressiver im Gedächtnis), auch ein paar ehemalige Wohnzimmereinrichtungen und Tankstellengüter, die ich mit größerem Vergnügen demoliere. Wehren sich genauso wenig, wie die Zombies, haben aber einen lustigeren "Todeseffekt" *hüstl*
Nach rund 50 Metern betreten der Murmler und ich einen Platz, ehemals ein Denkmal, auch wenn davon außer ein paar Zaunresten und geborstenem Stein wenig übrig ist. Die Zombies, die hier in Rekordgeschwindigkeit herumlaufen (mir fehlt die Sprechblase, in der sie der Weinbergschnecke Raserei vorwerfen!), werden in bester Diablo-Manier abgefertigt. Maustaste halten und grob zielen, und zack, fallen sie um. Naja, ok, das "zack" ist übertrieben. Mit einer Ping von 600-1000 ist halt immer ein wenig Verzögerung drin. Aber sie fallen, das ist die Hauptsache!
Hier macht es zum ersten Mal "klong", und ich darf zum allerersten Mal "LEVEEEEEEEEEEEL!!!" rufen. Meine Frau haut mir eine runter, und droht mir Entzug italienischer Spezialitäten an, wenn ich sie nochmal derart erschrecke. Egal, hab ja jetzt Hellgate! Den Skillpunkt beim Levelup verteile ich natürlich direkt in eine etwas offensivere Botvariante, die Drohne :) Wozu ist man Ingeneur, wenn man die Drecksarbeit auch noch selbst machen muss? In Zukunft wird die Drohne um mich herumschwirren, und mit ihrem Laser Stückchen aus den Viechern schneiden. Hoffentlich werden die auch mal gefährlicher, sonst brauch ich das nicht.
Zurück zum Denkmal. An dessen Fuß liegt ein Mensch mit einem Zeichen über dem Kopf. Klarer Fall, ansprechen! Der Templer stöhnt relativ viel und macht eine Riesenshow aus dem Sterben. Vorher schafft er es aber irgendwie, mir noch was von einem Überfall zu erzählen. Und dass ich seine Leiche filzen soll, und das, was ich finde, aufheben solle, es sei wichtig. Gesagt, getan, alles eingesackt und weiter geht es!
Am Horizont (hinter der letzten desorientierten Zombiehorde) leuchtet es blau. Hat was von Disco, ist aber ein Portal. Holborn Station, die U-Bahn-Station, die ich mit dem Murmeltier aufsuchen sollte! Naja, bisher war das Spiel noch nicht der Bringer, muss man sagen. Aber, es war ja auch nur der Tutoriallevel. Einfach mal weiter spielen, denke ich mir, und will auf die W-Taste drücken, um durch das Portal zu laufen.
Tue ich auch. Nur der abgestürzte Server bekommt das nicht mit. Alpha halt. In Teil zwei schaue ich mir mal Holborn an. Wenn der Server wieder da ist. *grummel*
Links:
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- Nunjas Alphatagebuch, Teil 2
- Nunjas Alphatagebuch, Teil 3