Nach längerer Abstinenz, gepaart mit kreativem Durchhänger, sowie einem Überangebot an Fußball, bin ich wieder zurück, und möchte mich in meiner Kolumne heute mit der Frage der Gleichberechtigung beschäftigen. Natürlich ist dabei nicht diejenige zwischen Damen und Herren gemeint, immerhin ist diese offiziell sowohl in der Realität, als auch in Hellgate: London gegeben - Nein, mir geht es eher um die Frage kontinentaler Gleichberechtigung.
Wer die News der letzten anderthalb Monate aufmerksam gelesen hat, wird sicherlich gemerkt haben, dass Asien in den Plänen der Flagship Studios eine wichtige Rolle spielt. Das ist natürlich auch verständlich, denn kein anderer Kontinent bietet derart viele potentielle Kundschaft. Man kann bezweifeln, ob angesichts der stereotypen "Asia-Grinder" das Produkt der Flagship Studios dort so großen Anklang findet, aber auf jeden Fall ist der ökonomische Gedanke dahinter völlig korrekt: Wo viele zahlfähige Kunden sind, dort müssen wir groß werben.
Auch die USA, als Heimatmarkt, kommen natürlich nicht zu kurz. Gerade in den letzten Tagen konnten die Kollegen der amerikanischen (Online-)Presse verstärkt exklusive Bilder, Interviews, Trailer und sonstige Gimmicks zu Hellgate: London präsentieren. Auch dies ist natürlich wenig verwunderlich, da der Heimatmarkt natürlich eine gewichtige Rolle spielt, vor allem wenn man gleichzeitig das Liebelings-Präsentationsobjekt von Branchenriese Microsoft ist.
Nur verwunderlich, dass die Gleichberechtigung der Märkte dort aufhört, wo eigentlich die meiste Entwicklung zu beobachten ist - Im alten Europa sind die Vorurteile, die Europäer würden nur Wirtschaftssimulationen spielen, längst Vergangenheit. Auch hier hat sich ein riesiger Markt für Onlinespiele entwickelt, der trotz des explosionsartigen Wachstums weitere Entwicklungsmöglichkeiten bereit hält. Bestes Beispiel ist, wie so oft, Branchenprimus World of Warcraft, das nach den Angaben des Herstellers alleine in Europa rund 5 Millionen Spieler täglich in der virtuellen Welt begrüßt. Kürzlich wurden aufgrund des Andranges sogar neue Sprachversionen und dazugehörige Server online gestellt, das Wachstum ist also noch nicht zu Ende.
Selbst anerkannte Leitmedien wie Der Spiegel widmeten dieses Jahr mehrere Artikel diesem Thema - Nur Flagship scheint das wenig zu interessieren. Oder wann habt ihr das letzte Mal einen exklusiven neuen Inhalt auf einer deutschen oder europäischen Seite gesehen? Richtig, wenn man ein wenig nachforscht, wird man sehen, dass der letzte derartige Kracher eine Weile zurück liegt: Am 22. Juni diesen Jahres ging unser exklusives Audiointerview online, nachdem auch die Kollegen anderer Seiten schon ähnliche Möglichkeiten hatten. Seitdem, also seit sechs Monaten, herrscht Funkstille im Land der Dichter und Denker, was sowohl für die Fans, als auch besonders für uns, eine schwere Lage darstellt.
Derzeit schauen wir also der Entwicklung nur zu, haben jedoch keinen Teil daran - Gleichberechtigung sieht anders aus.
Ich würde mich freuen, eure Meinung zu diesem Thema in unserem Forum zu hören!