Aus aktuellem Anlass, namentlich unserer Umfrage hierzu, und dem Mangel an konkreten Aussagen seitens Flagship, möchte ich mich heute in meiner Kolumne mit der Frage der Finanzierung eines kommenden Multiplayermodus zu Hellgate: London beschäftigen.
Grundlegend kann man sagen, dass, von außen betrachtet, einiges auf uns zu kommt. Wenn man alleine die News der letzten Monate über neue Vertriebs- und Servicepartner nimmt, kann man auch ohne offizielles Statement davon ausgehen, dass der Multiplayer von Flagships Erstlingswerk eine größere Sache wird. Länder- bzw regionsspezifische Serverparks mit entsprechender Wartung und vermutlich auch entsprechendem Support kosten eine Menge Geld, und erfordern einen immensen personellen Aufwand. Offensichtlich plant das Team von Bill Roper hier etwas großes, auch wenn, in meinen Augen, der europäische Markt derzeit etwas kurz kommt - Schließlich sind fast alle bisher vorgestellten Geschäftspartner mehr oder minder dem asiatischen Raum verpflichtet.
Die Kosten für Infrastruktur und Service lassen sich natürlich nicht alleine durch den Verkauf des Spiels decken, das sollte jedem klar sein. Im Optimalfall hält der Multiplayer die Spieler über mehrere Jahre hinweg bei der Stange, und verschlingt auch während dieser Zeit, trotz ausbleibender Verkäufe des Spiels selbst, große Mengen an Geld.
Normalerweise, oder, besser gesagt, bisher, wäre es nun üblich, diese Kosten mittels einer monatlichen Gebühr zu decken. Das garantiert stetige Einnahmen, die sich gut kalkulieren und demnach auch für die nötige Kostendeckung aufwenden lassen. Einziger Wermutstropfen dieser Methode ist die Tatsache, dass die verschiedenen Methoden, eine solche Gebühr zu entrichten, nicht überall auf der Welt gleich sind. Während man in den USA in der Regel schon früh seine eigene Kreditkarte hat, und diese auch intensiv nutzt, ist diese Art der Bezahlung in Europa weniger verbreitet. Bestes Beispiel hierfür ist Deutschland, wo noch immer das gute, alte Lastschriftverfahren die absolute Führungsposition inne hat. Dennoch, andere Hersteller und Publisher haben es bisher immer geschaft, diese regionalen Unterschiede zu berücksichtigen, und das ihnen zustehende Geld einzutreiben.
Gerade bei Hellgate aber eröffnet sich eine Sonderoption, die im MMOG-Markt bisher weder verbreitet, noch üblich ist, aber in der Zukunft zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. In der vorletzten Ausgabe des rennomierten Magazins Spiegel war es bereits zu lesen: Firmen planen zunehmend mit den Möglichkeiten der integrierten Onlinevermarktung.
Was heisst das nun für Hellgate? Ganz einfach: Hellgate spielt nicht sehr weit in der Zukunft, d.h. das Setting des Spiels ist unserer heutigen Welt recht ähnlich (natürlich ohne Dämonen, die durch unsere Straßen ziehen - Ich meine die grundlegende Spielumgebung). Es würde der Atmosphäre des Spiels also keinerlei Abbruch tun, wenn man innerhalb des Spiels Dinge sieht, die für uns völlig normal für jede Stadt sind: Werbeplakate, U-Bahn-Aufdrucke, projezierte Werbung auf Gebäuden, und vieles mehr. In einem Spiel wie World of Warcraft wäre es natürlich völlig unpassend, wenn das Gasthaus von Orgrimmar mit einer Coca Cola Werbung beleuchtet wird, in Hellgate: London dagegen wäre es völlig passend.
Es wäre ein wunderbarer Schachzug von Flagship, wenn sie diese Möglichkeit ausloten würden - Mich persönlich stört es nicht, auf einem zerstörten U-Bahn-Wagen eine Nike-Werbung zu sehen. Ganz im Gegenteil, das gehört zu einer Großstadt wie London, und könnte den Multiplayer kostenlos halten. Zusätzlich könnte man sogar die Werbung direkt abhängig von der Region des Spielers in das Spiel einfließen lassen, so dass auch kleinere, regional begrenzte Firmen diese Option als interessant erachten könnten.
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