Lange ist es her, aber heute präsentiere ich euch wieder einen Teil meiner Kolumne. Die lange Pause ist aber nicht alleine meine Schuld, zumindest nicht direkt - Vielmehr ist meine Grafikkarte einen grausamen, hitzigen und quälenden Tod gestorben, und die Beschaffung von Ersatz hat mich länger gedauert, als ich ursprünglich geplant hatte.
Heute möchte ich mich, im Rückblick auf die Games Convention, mit einigen Detailfragen zu unserem Lieblingsthema Hellgate: London befassen. Zuerst fällt mir da der Mangel an neuen Informationen auf. Es war zwar schon vorher klar, dass sich Flagship die meisten neuen Informationen für die Tokyo Games Show aufheben wird, aber dennoch bin ich als europäischer Spieler natürlich ein wenig enttäuscht. Irgendwo spiegelt das Verhalten von Bill Roper und seinen Mannen nicht die immer weiter steigende Bedeutung der Games Convention wider. Gerade auch die Tatsache, dass ein asiatischer Ableger geplant ist, und die Besucherzahlen stetig wachsen (während die E3, als Fachbesuchermesse, ein ganz anderes Publikum anspricht, und aufgrund gestiegener Kosten eher schrumpfen als wachsen wird), sollte jeden Aussteller dazu bewegen, in Leipzig Neuerungen zu präsentieren - Schließlich ist der europäische Markt groß, und das Publikum auf der GC entspricht auch in der Regel der breiten Masse des Zielpublikums.
Nein, viel neues gab es wirklich nicht zu erfahren, außer vielleicht, dass Addons, wie sie z.B. aus World of Warcraft bekannt sind, möglich sein werden. Zum Multiplayermodus, und dessen Finanzierung dagegen gibt es weiterhin kein belastbares Statement, und den Gedankengang, aus Hellgate: London einen E-Sports Titel zu machen halte ich schlichtweg für Quatsch - Immerhin wird immer betont, dass Erfolg nicht von Aim oder Skill abhängig ist, sondern von Werten und Items. Ich hoffe sehr, dass Flagship darüber nicht weiter nachdenkt, sonst haben wir bald das gleiche Problem wie in World of Warcraft - Wenn ein Charakter mit Tier 2 Set gegen einen Tier 0,5 antritt, gewinnt er, unabhängig vom Skill (Ausnahmen bestätigen die Regel, aber sie wird in mindestens 90% der Fälle zutreffen).
Interessant dagegen finde ich Ivans Statement zu den Hardwareanforderungen. Als einer der ersten Titel, der spezifisch für Windows Vista und DirectX 10 entwickelt wird, klingt die Aussage, schnellere Hardware als für World of Warcraft sei nicht vonnöten, meiner Meinung nach gewagt. Nach einem Testlauf mit Vista, der mich sowohl überrascht, als auch enttäuscht hat, halte ich solche Statements für unhaltbar. Windows Vista ist nicht die Revolution schlechthin, obwohl es einige Neuerungen enthalten soll - Vielmehr ist es ein aufgepepptes XP mit hohen Hardwareanforderungen, verschönerter Optik und einigen Gimmicks. Gerade im Bezug auf DX10 ist Ivans Aussage letztlich falsch, da es noch gar keine Hardware dafür gibt. Ob die jetzigen Komponenten überhaupt DX10-fähig sind, steht in den Sternen, d.h. wer Hellgate: London mit allen neuen Features genießen will, kommt, aller Voraussicht nach, nicht um ein Upgrade herum.
Ob ich ein solches Upgrade vornehme, wage ich zu bezweifeln. Natürlich vor allem deshalb, weil ich gerade erst gezwungen war, Geld in neue Hardware zu investieren, aber auch, weil ich glaube, dass Graphik alleine kein Spiel macht. Schließlich spiele ich heute noch Nethack gerne, das hat außer Zeichen gar keine Graphik.
Ich würde gerne eure Meinung zu diesen Thema hören, und erfahren, wie ihr über die Entwicklung von Hellgate: London denkt, und ob ihr plant, eure Rechner spezifisch für dieses Spiel aufzurüsten. Sowohl unsere aktuelle Umfrage, als auch unser Forum, stehen euch zur Verfügung.